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Ziel dieser Arbeit war der Vergleich des neuen
Infarktmarkers GPBB mit bisher verfügbaren Markern ( CK,
CK-MB Aktivität, Myoglobin, CK-MB Masse, Troponin T und
Troponin I) hinsichtlich der Aspekte maximaler Sensitivität
und Spezifität.
Die GPBB wurde in einem Kollektiv von 30
Myokardinfarktpatienten über einen Zeitraum von 144 Stunden
in engen zeitlichen Abständen bestimmt. Probenmaterial der
Tests war Serum, welches vor der Bestimmung bei -30° C
tiefgefroren wurde. Zur Bestimmung der GPBB verwendeten wir
ein von der Fa. Boehringer Mannheim entwickeltes
ELISA-Testkit, das die GPBB mittels monoklonaler
Mausantikörper nachweist.
Die Ergebnisse der vorliegenden Untersuchung wiesen die GPBB
als schnellen, hochsensitiven Marker des Myokardinfarkts aus
(Sensitivität von 70 % zwei Stunden nach Schmerzbeginn),
vergleichbar mit der Frühsensitivität von Myoglobin und
CK-MB Aktivität.
Eine Verbesserung der Sensitivität hinsichtlich der
genannten Marker konnte jedoch nicht beobachtet werden.
In Kontrollkollektiven (leberkranke, nierenkranke und
polytraumatisierte Patienten) wurde die Spezifität der GPBB
überprüft. Diese Tests zeigten enttäuschende Ergebnisse mit
einer Spezifität von 33 Prozent im Kollektiv der
polytraumatisierten Patienten und 15 Prozent im Kollektiv
der Leberkranken, so daß die GPBB im Vergleich mit der
Spezifität von z. B. Troponin I (94 %) weit zurückfiel.
Die zufriedenstellenden Ergebnisse früherer Studien von
Rabitzsch et al. bezüglich der GPBB-Spezifität ließen sich
in der vorliegenden Studie nicht nachvollziehen.
Die GPBB ist ein Kompromißmarker, der die Vorteile von
Myoglobin und Troponin I (hohe Frühsensitivität bzw.
Spezifität) nur zum Teil erreicht. Die Kombination von
Myoglobin und Troponin I als Marker in der
Myokardinfarktdiagnostik zur Maximierung von Sensitivität
und Spezifität machen die GPBB als Infarktmarker
entbehrlich.
Da es in naher Zukunft wohl keinen Marker geben wird, der
alle Kriterien eines idealen Infarktmarkers erfüllt, werden
Mehrfachbestimmungen verschiedener Infarktmarker weiterhin
an der Tagesordnung sein. |